Manieristische figurae serpentinatae in Eichendorffs Novelle ‚Das Marmorbildʻ als Charakteristik einer falschen Kunst
Date issued
2017
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Publisher
Ostravská univerzita
Abstract
Tento příspěvek popisuje hadí linie v Eichendorffově povídce Mramorová socha, které jsou v manýristickém stylu vepsány do postavy Venuše. Tyto figurae serpentinatae nabývají na dynamice, jsou stále nepřehlednější. Nakonec kondenzují a stanou se z nich odporní hadi, kteří vzbuzují asociace se lstivým biblickým hadem, s hady symbolizujícími rozklad na zádech středověké alegorie Frau Welt a také s nebezpečnou Echidnou z antické mytologie. Na základě těchto aluzí se stává i umění, které symbolizuje postava Venuše, destruktivním a nebezpečným. Několikerá kontextualizace hadů jasně dokládá, že lze povídku Mramorová socha číst dvojím způsobem. V užším smyslu lze Venuši považovat za umění romantismu, v širším smyslu za personifikaci umělecké problematiky všeobecně.
Dieser Beitrag beschreibt die Schlangenlinien in Eichendorffs Novelle Das Marmorbild, die im manieristischen Stil dem Körper der Venus eingeschrieben sind. Diese figurae serpentinatae werden dynamisch, sie sind immer unübersichtlicher. Schließlich kondensieren sie und werden zu abscheulichen Schlangen, die Assoziationen mit der listigen biblischen Schlange, mit den die Verwesung auf dem Rücken der mittelalterlichen Frau-Welt-Allegorie symbolisierenden Schlangen sowie mit der gefährlichen Echidna aus der antiken Mythologie hervorrufen. Aufgrund dieser Allusionen wird auch die Kunst, für die die Venus-Gestalt steht, destruktiv und gefährlich. Die mehrfache Kontextualisierung der Schlangen belegt klar, dass die Novelle Das Marmorbild auf zweierlei Weise zu lesen ist. Im engeren Sinne kann Venus für die Kunst der Romantik gehalten werden, im weiteren Sinne für die Personifizierung der künstlerischen Problematik allgemein.
Dieser Beitrag beschreibt die Schlangenlinien in Eichendorffs Novelle Das Marmorbild, die im manieristischen Stil dem Körper der Venus eingeschrieben sind. Diese figurae serpentinatae werden dynamisch, sie sind immer unübersichtlicher. Schließlich kondensieren sie und werden zu abscheulichen Schlangen, die Assoziationen mit der listigen biblischen Schlange, mit den die Verwesung auf dem Rücken der mittelalterlichen Frau-Welt-Allegorie symbolisierenden Schlangen sowie mit der gefährlichen Echidna aus der antiken Mythologie hervorrufen. Aufgrund dieser Allusionen wird auch die Kunst, für die die Venus-Gestalt steht, destruktiv und gefährlich. Die mehrfache Kontextualisierung der Schlangen belegt klar, dass die Novelle Das Marmorbild auf zweierlei Weise zu lesen ist. Im engeren Sinne kann Venus für die Kunst der Romantik gehalten werden, im weiteren Sinne für die Personifizierung der künstlerischen Problematik allgemein.
Description
Subject(s)
romantismus, umělec, umění, manýrismus, had, figura serpentinata, bible, mytologie
Citation
BALCAROVÁ, M. Manieristische figurae serpentinatae in Eichendorffs Novelle ‚Das Marmorbildʻ als Charakteristik einer falschen Kunst. Acta Facultatis Philosophicae Universitatis Ostraviensis. Studia germanistica, 2017, roč. neuveden, č. 21, s. 39-56. ISSN 1803-408X.