Revizní archeologický průzkum polohy „Na Špičáku“, k. ú. Hroznětín, okr. Karlovy Vary
Date issued
2009
Authors
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Publisher
Krajské muzeum Karlovarského kraje. Muzeum Cheb
Abstract
Der vorliegende Beitrag behandelt die archäologische Erforschung, die vom Institut für
Archäologie (Universität Pilsen) in der Umgebung einer markanten Formation in der Lokalität „Na
Špičáku“, Katastralgebiet Hroznětín, Bezirk Karlsbad betrieben wurden. Anlass zu dieser
archäologischen Erforschung (Erkundung) war der Fund von 3 prähistorischen bronzenen Artefakten
(2 Sicheln und 1 Axt), die im Rahmen einer illegalen Prospektion mittels Metallsonden entdeckt und
freigelegt wurden.
Das Projekt dieser Revisions- bzw. Rettungsforschung respektiert die Bemühungen von KAR um
die gründliche Erarbeitung von Forschungsmethoden mithilfe von Metallsonden (Metalldetektoren) in
Kombination mit weiteren Methoden der Terrainforschung (in diesem Falle pedologische und
archäologische Sondierung).
Die Terrainerhebung, an deren Rand sich eine ungewöhnliche, einem Menhir nicht unähnliche
Felsformation erhebt, wurde detailliert geodätisch vermessen und als 3D-Modell digitalisiert. Der
Charakter der überlagernden Schichten und Erosionsprozesse dieser Terrainerhebung wurde anhand
einer systematischen pedologischen Sondierung geprüft. Die nähere und weitere Umgebung dieser
Felsformation wurde einer näheren Untersuchung mittels eines Metalldetektors unterzogen, um den
Charakter und die Verteilung von Metallartefakten auf der in der Vergangenheit durch illegale
Ausgrabungen beschädigten Fläche festzustellen. Außer 40 neuzeitlichen und rezenten Artefakten
oder deren Fragmenten wurde auf der geprüften Fläche keine weiteren Artefakte urzeitlichen Alters
festgestellt. Im Fundareal der 3 urzeitlichen Bronzeartefakten (die in die jüngeren Bronzezeit datiert
wurden), wurde in unmittelbarer Nachbarschaft des Felsens in südwestlicher Richtung eine kleinere
archäologische Sondierung durchgeführt. Der Sinn und Zweck dieser Sondierung bestand in der
Überprüfung und entsprechenden Dokumentierung der Fundumstände dieser Artefakte, deren
gegenseitige räumliche Nähe Anlass zur Hypothese gaben, dass es sich um eine gemeinsame
Ablagerung im Rahmen eines Depots handelt. Außer Kohlefragmenten (Quercus) und
Bergkristallartefakten (mit Spuren des Feuerschlagens) enthielt diese Sonde keine weitere
archäologischen Funde. Sehr interessant war jedoch die aufgedeckte Ansammlung größerer Steine in
der nordöstlichen Ecke der Sonde (Fundort des Bergkristalls), die bei der Ablagerung der
Bronzeartefakte eine Rolle gespielt haben mag. Obwohl der Prüfung stratigrafischer und erosiver
Prozesse am Fundort der Bronzeartefakte größtmögliche Aufmerksamkeit gewidmet wurde, lassen sie
sich nicht zuverlässig als Teil eines vorsätzlich angelegten Depots interpretieren.
Aufgrund der präsentierten Forschung in der Frage der Denkmalpflege und des Schutzes
archäologischen Erbes nehmen wir an, dass allein eine durcharbeitete Methodik und rechtzeitig
eingeleitete präventive und systematische Erforschung zum aktiven Schutz bedrohter Denkmale vor
illegalen, mit Metalldetektoren ausgerüsteten Schatzsuchern führt.
Description
Subject(s)
archeologie, Hroznětín, Karlovarsko, archeologický výzkum, archeologické nálezy
Citation
Sborník muzea Karlovarského kraje. 2009, roč. 17, s. 259-268.